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27.08.2018

Gross und Klein – die perfekte Kombination

99.8 Prozent aller Unternehmen im Kanton Solothurn sind kleine und mittlere Unternehmen. Nur gerade 0.2 Prozent sind Grossbetriebe mit über 250 Vollzeitbeschäftigten. Diese wenigen Grossunternehmen bieten jedoch Arbeitsplätze für mehr als ein Viertel aller im Kanton Solothurn Beschäftigten. Mit der Ansiedelung von global aktiven Unternehmen wie beispielsweise Biogen wächst dieser Anteil weiter und gerade deswegen ist ein gut funktionierendes Zusammenspiel von lokalen und globalen Unternehmen zentral. Doch was bedeutet der Zuzug eines Grosskonzerns für den Kanton? Und welche Rahmenbedingungen braucht es an einem Standort, damit sich sowohl lokale als auch globale Unternehmen gleichermassen wohlfühlen?

 

Starker Standort dank Präzisionsindustrie

Der Kanton Solothurn ist vielseitig und sowohl für Unternehmen als auch Privatpersonen attraktiv. Neben der historischen Altstadt, die zahlreiche lokale sowie internationale Gäste anlockt, hat die Region Solothurn viel zu bieten: Solothurn liegt im Zentrum von Basel, Zürich, Bern und Luzern und kann dadurch auf ein Portfolio von 1,5 Millionen Arbeitskräften zugreifen. Gerade für grosse Unternehmen, die teilweise auf hochqualifizierte und spezialisierte Mitarbeitende angewiesen sind, ist dies ein wichtiges Kriterium für die Standortwahl. Neben der guten Lage und der Nähe zu den Universitäten und Hochschulen kann der Kanton Solothurn insbesondere durch seine lange Tradition in der Präzisionsindustrie punkten. «Der Talentpool in der Region ist stark von der industriellen Uhrenindustrie geprägt. Perfektion, Innovation und eine stetige Verbesserung sind im Denken der Bevölkerung verankert und weltweit einzigartig. Davon können lokale sowie globale Unternehmen profitieren», sagt Josef Maushart, CEO der Hochpräzisionswerkzeugherstellerin Fraisa.

 


 

Gemäss Daniel Probst, Direktor der Handelskammer Solothurn, sind gute und stabile Rahmenbedingungen für einen Standort absolut zentral. Dabei spielen auch Faktoren wie der Zugang zu den Weltmärkten sowie die politische Stabilität und die Planungssicherheit eine wichtige Rolle. Gerade die Life-Sciences-Branche, die stark exportorientiert ist, ist auf einen hürdenfreien Marktzugang angewiesen. «Dank den bilateralen Verträgen spielt es heute keine Rolle mehr, ob wir in der Schweiz oder in einem EU-Land produzieren», sagt Markus Ziegler, Director Coporate Affairs Biogen International GmbH. «Momentan sind wir auf den Wissenstransfer und das Know-How aus Dänemark und den USA angewiesen, wo unsere beiden bisherigen Produktionsstätten angesiedelt sind. Dafür müssen ausländische Fachkräfte vorübergehend nach Luterbach kommen und auch deswegen sind die bilateralen Verträge und Drittstaatenkontingente essenziell für uns», fügt er hinzu. Auch Solothurns Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Fluri betont die Wichtigkeit von stabilen Beziehungen mit der EU und plädiert für offene Märkte.

 

Katalysator Biogen

Durch die Ansiedelung von Biogen in Luterbach erhält der Kanton Solothurn neue Impulse. Der amerikanische Biopharmakonzern investiert zurzeit 1,5 Milliarden Franken in den Bau einer hochmodernen Produktionsanlage und schafft somit rund 600 neue Arbeitsplätze. 200 davon hauptsächlich in den Bereichen Gebäudeunterhalt, Reinigung und Gastronomie. Durch den Bau und die anschliessende Produktion ergeben sich auch Aufträge für das regionale Gewerbe und Zuliefererbetriebe ziehen in die Region. Somit entstehen schliesslich rund 2000 neue Stellen in der Region. «Die Pharmaindustrie ist ein regionaler Impulsgeber. Neben den neu geschaffenen Arbeitsplätzen entstehen weitere Multiplikatoreffekte, denn wenn mehr Leute in einer Region arbeiten, wird mehr Geld ausgegeben», betont Daniel Probst.

 

Vor allem bei einem Punkt waren sich alle Referenten einig: Die Vernetzung und das Zusammenspiel von lokalen Unternehmen und international ausgerichteten Unternehmen hat höchste Prioritäten. Dies ist jedoch kein Selbstläufer und beide Seiten müssen die Initiative ergreifen, damit in Zukunft eine erfolgreiche und nachhaltige Zusammenarbeit gewährleistet ist. Auch Miriam Ragaz-Gassler, VR-Präsidentin der Hans Gassler AG, betont: «Wenn es den Grossen gut geht, geht es auch den Kleinen gut – und umgekehrt.»

 

 

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von Interpharma, der Solothurner Handelskammer, dem Kantonal-Solothurnischer Gewerbeverband und stark + vernetzt durchgeführt. Mit rund 150 Teilnehmenden war die öffentliche Abendveranstaltung im La Couronne in Solothurn ausverkauft.

Grosse und kleine Unternehmen machen den Aargau stark

Der Kanton Aargau gehört zu den attraktivsten Unternehmensstandorten der Schweiz. Weshalb das so ist und inwiefern die Rahmenbedingungen eine Rolle dabei spielen, wurde gestern Abend im Kultur & Kongresshaus in Aarau an der gemeinsamen Veranstaltung der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, Interpharma und stark+vernetzt diskutiert.

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Institutionelles Abkommen sichert den bilateralen Weg

Die Pharmaindustrie ist mit einem Anteil von über einem Drittel die grösste Exportbranche der Schweiz. Der vorliegende Entwurf des institutionellen Abkommens (InstA) sichert dabei den Zugang zum wichtigsten Absatzmarkt und sorgt für mehr Rechts- und Planungssicherheit. Deswegen unterstützt Interpharma den Bundesrat in seinem Bestreben den bilateralen Weg zu erhalten.

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Act local, think global

Die Region Basel ist die führende Life-Sciences-Region der Schweiz. Über 400 Unternehmen haben hier ihren Sitz. Sie generieren zahlreiche Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass es der Region gut geht. Was einen Grosskonzern mit einem lokalen Gewerbetreibenden verbindet und welche Herausforderungen dabei entstehen, wurde am 8. November in der Werkstatt Basel mit Gästen aus Politik, Zivilgesellschaft, Industrie und Gewerbe diskutiert.

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