Christoph Brutschin - Regierungsrat Basel-Stadt
09.05.2019

Christoph Brutschin - Regierungsrat Basel-Stadt


Basel ist ja das Pharma-Mekka schlechthin. Besteht in Basel ein Klumpenrisiko?

Die in Basel ansässige Life Science-Firmen würde ich nicht als Klumpenrisiko bezeichnen. Jede Region hat ihr wirtschaftliches Schwergewicht: In Zürich die Banken, im Kanton Jura die Uhrenindustrie und die Feinmechanik und in Basel die chemisch-pharmazeutische Industrie. Die Ansiedelung einer gewissen Branche hat vielfach historische Gründe, und ihre weitere Entwicklung zeigt, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Die Leitindustrie generiert Arbeitsplätze und Aufträge für das lokale Gewerbe und fördert das Wachstum einer ganzen Region. Für Basel ist es eine grosse Chance, die chemisch-pharmazeutische Branche hier zu haben.

Haben die grossen und die kleinen Unternehmen die gleichen Anliegen?

Die Anliegen der Wirtschaft sind nicht grössen- sondern vielmehr branchenabhängig. Oftmals sind die Anliegen jedoch auch übergreifend, beispielsweise bei der Unternehmenssteuerreform. Diese bringt Rechts- und Planungssicherheit, was allen Unternehmen – ob gross, mittel oder klein – zu Gute kommt. Gerade die KMU werden von einer gewissen Steuerentlastung profitieren. Ich bin froh, dass dies in der Wirtschaft nun breit erkannt worden ist.

Weshalb ist das so und wie kann man dieses Problem lösen?

Gegenüber den grossen Unternehmen besteht oftmals eine gewisse Skepsis, dass sie von einer Steuerreform profitieren würden. Es ist daher wichtig zu zeigen, dass die Bevölkerung und auch die KMU von der Unternehmenssteuerreform profitieren werden. Das geschieht am besten im Dialog, der die anspruchsvolle Vorlage erklärt und gleichzeitig Vertrauen schafft. Dieser Dialog muss über längere Zeit erfolgen.

 

Christoph Brutschin ist Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt und Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt.