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«Wir brauchen den Wettbewerb mit den Besten»
28.03.2017

«Wir brauchen den Wettbewerb mit den Besten»

Begrüsst wurden die rund 350 Teilnehmenden durch den Präsidenten der Zuger Wirtschaftskammer, Andreas Umbach. Er führte mit klaren Worten aus, wie die Schweiz und der Kanton Zug von wirtschaftlicher Offenheit profitieren und sprach sich dezidiert gegen den wachsenden Protektionismus aus. Ebenso pointiert war das Grusswort von Regierungsrat Matthias Michel, der als Vorsteher der Volkwirtschaftsdirektion darauf hinwies, dass die Life-Science-Branche – allen voran die Pharma- und Medtechindustrie – in Zug mittlerweile eine grosse Bedeutung als Arbeitgeber hat. Zehn der gegenwärtig 24 Mitglieder des Pharmabranchenverbands Interpharma sind im Kanton Zug ansässig.

 

«Die Schweiz ist ein offenes Land»

Das anschliessende Panel war prominent besetzt: André Wyss (Präsident Novartis Operations und Länderpräsident Novartis Schweiz), Prof. Dr. Lino Guzzella (Präsident ETH Zürich), Ludo Ooms (Managing Director Switzerland-Austria von Janssen-Cilag), Dr. Annette Luther (General Manager Roche Diagnostics International) sowie Olaf Weppner (General Manager AbbVie AG) diskutierten engagiert über die Bedeutung der bilateralen Verträge und die Offenheit der Schweiz. Einig waren sich alle, dass sie die Schweiz als ein offenes Land erleben und die Zusammenarbeit zwischen in- und ausländischen Mitarbeitenden sehr gut funktioniert. Olaf Weppner, der seit gut einem Jahr in der Schweiz ist, betonte, er und seine Familie seien sehr gut aufgenommen worden und fühlten sich wohl hier. So unterschiedlich seien die Kulturen nicht – im Gegenteil, betonte der Belgier Ludo Ooms: Er sieht zwischen den eher zurückhaltenden Belgiern und den Schweizern durchaus Parallelen. Alle waren sich einig, dass es zentral ist, dass Unternehmen wie auch Universitäten weiterhin Zugang zu Fachkräften aus dem Ausland haben. Dies gilt vor allem bei Stellen, wo spezifisches Wissen und internationale Erfahrung gefragt sind.

 

«Mehr als die Hälfte unserer Exporte geht nach Europa»

André Wyss führte eindrücklich aus, was es für Novartis – die in der Schweiz nicht nur forscht, sondern auch produziert – bedeuten würde, wenn in den Produktionsanlagen plötzlich 28 Länder Inspektionen durchführen würden. Dank den Bilateralen – konkret dem Vertrag über technische Handelshemmnisse – werden heute die Inspektionen der Schweizer Behörden EU-weit anerkannt. Das Gleiche gilt für technische Spezifikationen, die nur in der Schweiz geprüft werden müssen anstatt in jedem Exportland in der EU. Bei der Medtechbranche sieht das ähnlich aus, wie Dr. Annette Luther betonte. Dort werden die Produkte durch eine europäische Zulassungsbehörde anerkannt und können dann auch in der Schweiz ohne weitere Prüfung auf den Markt gebracht werden. Viel Bürokratie, Aufwand und Kosten kämen auf die Firmen zu, würden die Bilateralen wegfallen. Auch wäre es wohl fraglich, ob in der Schweiz künftig noch in Produktionsanlagen investiert würde. Denn Europa ist der wichtigste Handelspartner der Gesamtwirtschaft und auch der Pharmabranche: «Heute geht mehr als die Hälfte unserer Exporte nach Europa», sagte André Wyss.

 

«Horizon 2020 ist die Champions League der Forschung»

Prof. Dr. Lino Guzzella als Vertreter von Swissuniversities und der ETH Zürich wählte klare Worte: «Wenn wir international top bleiben wollen, brauchen wir den Wettbewerb mit den Besten, und diesen haben wir mit dem europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020». Der Schweizerische Nationalfonds ist ein wichtiger Player für die Schweizer Grundlagenforschung. Aber auch der FC Basel könne nicht nur in der Super League spielen; er muss in die Champions League, wenn er sich weiterentwickeln wolle. Für die Forscherinnen und Forscher ist Horizon 2020 das Pendant zur Champions League. Dank der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative durch das Parlament mit einem Inländervorrang sind die Schweizer Universitäten nun wieder vollständig bei den Forschungsprogrammen der EU dabei. Das ist wichtig, weil nun die Forschungsprojekte auch wieder von Schweizer Forschern geleitet und koordiniert werden können. Das stärkt den Forschungsplatz Schweiz und macht ihn attraktiv.

Grosse und kleine Unternehmen machen den Aargau stark

Der Kanton Aargau gehört zu den attraktivsten Unternehmensstandorten der Schweiz. Weshalb das so ist und inwiefern die Rahmenbedingungen eine Rolle dabei spielen, wurde gestern Abend im Kultur & Kongresshaus in Aarau an der gemeinsamen Veranstaltung der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, Interpharma und stark+vernetzt diskutiert.

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Institutionelles Abkommen sichert den bilateralen Weg

Die Pharmaindustrie ist mit einem Anteil von über einem Drittel die grösste Exportbranche der Schweiz. Der vorliegende Entwurf des institutionellen Abkommens (InstA) sichert dabei den Zugang zum wichtigsten Absatzmarkt und sorgt für mehr Rechts- und Planungssicherheit. Deswegen unterstützt Interpharma den Bundesrat in seinem Bestreben den bilateralen Weg zu erhalten.

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Act local, think global

Die Region Basel ist die führende Life-Sciences-Region der Schweiz. Über 400 Unternehmen haben hier ihren Sitz. Sie generieren zahlreiche Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass es der Region gut geht. Was einen Grosskonzern mit einem lokalen Gewerbetreibenden verbindet und welche Herausforderungen dabei entstehen, wurde am 8. November in der Werkstatt Basel mit Gästen aus Politik, Zivilgesellschaft, Industrie und Gewerbe diskutiert.

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