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Was Käse und Medikamente gemeinsam haben
05.12.2017

Was Käse und Medikamente gemeinsam haben

In der Schweiz werden zwei Produkte produziert, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: Käse und Biotech-Medikamente. Beide werden aber mit derselben, biotechnologischen Methode hergestellt. Käse, indem Milch mit Bakterien versetzt wird. Biotechnologisch hergestellte Medikamente bzw. deren Wirkstoffe werden in Bakterien, Hefen oder tierischen Zellen produziert. Im Prinzip also dasselbe wie bei der Käseproduktion, nur viel aufwendiger und komplizierter.

 

Gleiche Herstellungsweise, gleiche Absatzmärkte

Diese beiden Produkte haben aber nicht nur eine ähnliche Herstellungsweise. Beide werden auch exportiert, wobei vor allem bei den Medikamenten der Grossteil der Schweizer Produktion ins Ausland geht. Sowohl bei Käse als auch bei den Medikamenten ist Europa der wichtigste Absatzmarkt: Die Europäerinnen und Europäer kaufen rund 78% des Käses, den die Schweiz im Ausland verkauft. Bei den Pharmaprodukten sind es gut 53%.

Dank den Bilateralen I können Käse wie auch Medikamente relativ einfach in die EU geliefert werden: Beide profitieren zum einen vom Abkommen über die technischen Handelshemmnisse: Bei den Medikamenten wird damit die wechselseitige Anerkennung von Qualitätsprüfungen sicherstellt, beim Käse gelten in der Schweiz dieselben Hygienevorschriften wie in der EU, was verhindert, dass vor dem Export spezielle Belege oder Prüfungen erforderlich sind. Dass die Käseproduzenten ihren Greyerzer oder Emmentaler einfacher nach Europa liefern können, verdanken sie aber auch dem Landwirtschaftskommen – ebenfalls Teil der Bilateralen I. Es hat neben dem Abbau von technischen Handelshemmnissen zu einer Reduktion von Zöllen auf Käsesorten geführt.

 

Wie die Schweiz laibt und lebt

Damit können Schweizer Käser ihre Laibe heute viel einfacher in alle 28 EU-Länder liefern als vor dem Abkommen: 500 Millionen Europäerinnen und Europäer freuen sich über den Schweizer Käse, und der Export hat sich seit 2002 denn auch stark erhöht.

Umgekehrt hat sich aber auch das Käseangebot in der Schweiz seit Inkrafttreten des Landwirtschaftsabkommens vergrössert: In den Regalen der Grossverteiler sind seitdem nicht nur viel mehr ausländische Käsesorten zu finden, sondern auch mehr Schweizer Käse, da sich der Wettbewerb zwischen Schweizer und ausländischen Käseproduzenten dank dem Käsefreihandel verstärkt hat. Käseliebhaberinnen und Käseliebhaber in der Schweiz kommen dabei voll auf ihre Kosten: Sie profitieren von einem grösseren Käseangebot zu tendenziell tieferen Preisen.

 

Vollere Regale hier wie dort

Ob Käse oder Medikamente: Das Exportvolumen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Beide Produkte können dank den bilateralen Verträgen einfacher nach Europa geliefert werden und von beiden wird wertmässig mehr nach Europa exportiert als von dort eingeführt. Bei den Medikamenten ist die einfachere Exportmöglichkeit ein wesentlicher Grund, weiterhin in der Schweiz zu produzieren, obwohl z.B. die Lohnkosten höher sind als in anderen Ländern. Die Käsereien profitieren von neuen Absatzmärkten und die Konsumentinnen und Konsumenten von mehr Käsesorten in den Regalen. Ein Gewinn auf ganzer Linie.

 

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